Verfasst von Lothar Koopmann, Geschäftsführer KOOPMANN Gruppe
Elektromobilität ist der elektrische Antrieb von Fahrzeugen – von PKWs bis zu LKWs. Der Gedanke ist nicht neu: Schon um die Jahrhundertwende fuhr in Friedrichshafen ein Maybach mit viereinhalb Tonnen elektrisch. Dann hat man sich für den Verbrenner entschieden. Heute sind wir wieder auf dem Weg zurück – weil der CO₂-Ausstoß zu hoch ist und unserer Atmosphäre schadet.
Warum braucht ein Unternehmen Elektromobilität?
Die größten CO₂-Einsparpotenziale liegen in vielen Unternehmen bei der Fahrzeugflotte. Dort ist die Umstellung am direktesten wirksam – und wirtschaftlich betrachtet ist ein E-Auto über seine Lebens- und Leasingzeit insgesamt günstiger als ein Verbrenner. Es amortisiert sich.
Was sich ändert, wenn man es nicht macht? Nichts passiert sofort. Aber die Wahrnehmung nach außen verändert sich: Wer am Diesel festhält, wirkt nicht mehr modern. Und irgendwann kommt der Druck – durch Kunden, die Veränderung einfordern. Dann reagiert man nicht mehr aus Überzeugung, sondern aus Zwang.
Ein Thema wird dabei oft unterschätzt: Fachkräfte. Wer einen Mitarbeiter gewinnen möchte, der einen Umweltgedanken in sich trägt, verliert ihn an ein Unternehmen, das einfach moderner unterwegs ist.
Praxisbeispiel
Mein Unternehmen KOOPMANN war erster Projektpartner der Hamburger Hochbahn. In Hamburg-Alsterdorf haben wir das erste Carport mit 45 Ladepunkten für Busse installiert und in Betrieb genommen – Schnellladetechnik für den öffentlichen Personennahverkehr, was damals ein komplexes Neuland war. Das Projekt dauerte circa dreiviertel Jahr vom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung. Die Hamburger Hochbahn hat uns seither immer wieder als bevorzugten Partner angefragt. Aus diesem ersten Projekt entstanden weitere Aufträge in anderen Städten und Gemeinden über den Verbund der Verkehrsgemeinschaft.
Was unterscheidet ein Unternehmen, das Elektromobilität einfach nur umsetzt, von einem, das es wirklich beherrscht?
Man muss sich reinarbeiten. Die Hamburger Hochbahn musste den politischen Willen des Senats umsetzen – bis 2030 keine Verbrennerbusse mehr. Das funktioniert nur, wenn die handelnden Personen wirklich an die Sache glauben. Wer E-Mobilität nur umsetzt, weil er muss, kommt nicht dorthin. Wer sie beherrscht, hat Expertise gesammelt, trägt das Wissen in die Breite und berät 2
konsequent – nicht nur technisch, sondern auch im Hinblick auf das, was vorher zu klären ist: Netzanschluss, Leistungsaufnahme, Energieversorger.
Wie unterstützt KOOPMANN Unternehmen beim Einstieg in die Elektromobilität?
Der allerwichtigste Punkt am Anfang: Was für einen Netzanschluss hast du – und welche Leistungsaufnahme aus dem Netz brauchst du wirklich? Damit geht direkt die Frage einher, ob der Energieversorger vor Ort diese Leistung überhaupt darstellen kann. Wer das nicht klärt, bevor die ersten Fahrzeuge geliefert werden, steht hinterher vor einem echten Problem.
Dann schauen wir gemeinsam, was sich durch Photovoltaik und Batteriespeicher ergänzen lässt – um Ladebedarf nachts oder bei Spitzenlast nicht vollständig aus dem Netz decken zu müssen. Und wir klären, wie viel Ladekapazität im ersten Schritt gebraucht wird und wo die Reise mittelfristig hingeht.
Dahinter steht eine klare Struktur: Ein Projektleiter betreut das Unternehmen vor Ort. Unser Kompetenzzentrum Elektromobilität unterstützt in der Ladetechnik, Kollegen aus Photovoltaik und Speichertechnik kommen dazu, wo sie gebraucht werden. Engineering, Installation, Inbetriebnahme und Wartung – alles aus einer Hand.
FAQ
Ich habe einen E-LKW bestellt – wo kann ich laden und wie kriege ich das hin?
Das ist genau der Punkt, an dem wir ansetzen. Der erste Schritt ist zu prüfen, was der vorhandene Netzanschluss hergibt und ob der Energieversorger die nötige Leistung darstellen kann. Wer einen Förderungsbescheid erhalten hat, merkt schnell, dass der eigene Anschluss die Anforderungen oft nicht erfüllt. Dann helfen wir, die Ladeinfrastruktur passend aufzubauen.
Reicht die Reichweite – und kann ich unterwegs wirklich laden?
Aktuelle E-Fahrzeuge schaffen heute locker 800 Kilometer. Schnellladesäulen laden in 20 Minuten so viel nach, dass man wieder zwei bis drei Stunden fahren kann. Neuere Fahrzeuge in der 800-Volt-Technik laden in zehn Minuten von 20 auf 80 Prozent. Die Ladeinfrastruktur an Schnellladern auf Autobahnen ist laut Lothar Koopmann im Mittel nur bis zu 11 Prozent ausgelastet – der Engpass ist also in den meisten Fällen kein reales Problem.
Was ist mit Hybrid – ist das nicht ein guter Kompromiss?
Für mich nicht. Ein Hybrid ist zwei Motoren in einem Fahrzeug: Man muss immer noch tanken, und die E-Reichweite beginnt erst ab 51 Kilometern, damit er überhaupt als Hybrid gilt. Das ist gewollt und nicht gekonnt. Wer heute 800 Kilometer Reichweite mit einem reinen E-Auto schafft, braucht diesen Kompromiss nicht mehr.
Wenn Sie einen E-LKW bestellt haben oder die Ladeinfrastruktur für Ihre Flotte oder Ihren Betrieb planen – sprechen Sie uns an. Bringen Sie Ihre Zahlen, Daten und Fakten mit, und wir schauen gemeinsam, was vor Ort möglich ist.
